johlen

Illustration zu johlen
Bild im Kopf, wörtlich genommen.

Bedeutung

Laut, ungezügelt und meist im Chor schreien oder rufen, oft aus Begeisterung oder Übermut.

Beispiel

„Die Menge im Oktoberfest-Zelt johlte bierseelig.“

Bild im Kopf

Johlen ist eines der wenigen deutschen Verben, die schon beim Aussprechen so klingen, wie sie gemeint sind. Das lange, offene „O" in der Mitte zwingt den Mund praktisch von selbst in die benötigte Form.

Wer johlt, artikuliert dabei nichts Konkretes. Es gibt keine Vokabeln, keine Grammatik, nur einen langgezogenen Ton irgendwo zwischen Jubel und Alarm, der sich praktisch nur im Kollektiv entfaltet — ein Einzelner, der johlt, wirkt schnell seltsam, eine ganze Voksfest-Trübe dagegen völlig plausibel. Die Lautstärke steigt dabei proportional zur Anzahl der Beteiligten, bis am Ende niemand mehr sagen kann, wer eigentlich womit angefangen hat.

Am nächsten Morgen bleibt vom Johlen nur ein heiserer Hals — das zuverlässigste Beweisstück dafür, dass man am Vorabend zumindest nicht allein war.